51. Internationaler Jahreskongress der DGZI

Hotel Berlin Central District

30. September – 1. Oktober 2022

Die Vorankündigung zum DGZI Jahreskongress 2022 steht Ihnen hier zum Download bereit!

Ein Jubiläumskongress für die deutsche Implantologie – mit 50+1 in die Zukunft!

Zukunftskongress für die zahnärztliche Implantologie und 50. Internationaler Jahreskongress der DGZI, 1. und 2. Oktober in Köln

„Es war alles bestens vorbereitet aber ein kleines Virus kam uns in die Quere“ – mit diesem Eingangsstatement eröffnete der Kongresspräsident und Fortbildungsreferent der Deutschen Gesellschaft für zahnärztliche Implantologie (DGZI) den 50. Internationalen Jahreskongress der DGZI, der dieses Jahr in Köln stattfand.

Und in der Tat fiel der letztjährige (50.!) Jubiläumskongress, der in der Gründungsstadt Bremen geplant war, dem Coronavirus zum Opfer. Aber bekanntlich kann man aus der Not ja auch eine Tugend machen und so feierte die DGZI ihren 50. Geburtstag eben im 51. Jahr ihres Bestehens nach und dies richtig!

Mit 50 Referenten und gut 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern – mehr ließen die Corona bedingten Konzepte nicht zu – 75 Table Clinics und Übertragungen von zwei Live-OPs/Behandlungen via Livestream-Internet, sowie eine viel beachtete Digitale Poster Präsentation standen am ersten Kongresstag im Fokus, der Samstag indes stand ganz im Zeichen der Wissenschaft: Namhafte Referenten – das „Who’s Who“ der deutschen Implantologie – präsentierten hier herausragende wissenschaftliche Vorträge, abgerundet mit Kursen für das Praxispersonal und einer großen begleitenden aktiven Dentalausstellung mit 25 ausgesuchten, quasi „handverlesenen“ Industriepartnern.

Keine Frage, sowohl inhaltlich als auch in Bezug auf den Ablauf und die Kongressstruktur beschreitet die älteste europäische Fachgesellschaft auch im 51. Jahre ihres Bestehens bewusst Neuland! Ziele dieser Modifikation ist klar eine Zukunftsorientierung, verbunden mit einer organisatorischen Modernität, inhaltlicher Attraktivität sowie einer neuen Form der Präsentation von Sichtweisen. Dass der Kongress dabei etwas kleiner als in den Vorjahren wird, war zweifellos den Corona-Vorgaben geschuldet wird von den Kongressmachern bewusst in Kauf genommen. „Wir freuen uns sehr über die besseren Zahlen, wie in früheren Jahren, aber wir hätten auch andere Teilnehmerzahlen akzeptiert“, so DGZI-Vize Dr. Rolf Vollmer, „uns geht es hier um Neuausrichtung und vor allem um „Qualität!“ DGZI-Vize und Vertreterin der jüngeren Implantologen, Kollegin Dr. Arzu Tuna ergänzt: „Die spontanen Reaktionen unserer Kolleginnen und Kollegen und deren Rückmeldungen zeigen, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben!“

Zukunftspodium

Ein erster Höhepunkt gleich zu Kongressbeginn: Drei Vorträge mit – zumindest auf der Papierform – gänzlich unterschiedlichen Ausrichtungen, die aber dann in der Gesamtheit betrachtet ein klares Bild von den Zukunftsoptionen unseres Fachbereiches, ja der gesamten Zahnheilkunde zeichneten.

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Implantologie, Dr. Georg Bach (Freiburg i.Br.), sprach über „Triumphe und Tragödien in der Implantologie“. Ausgangspunkt seiner Ausführungen war die Gründung der DGZI vor 51 Jahren in Bremen. Die damals frischgebackene Fachgesellschaft sah als Aufgaben eine Wissensvermittlung auf dem Gebiet der Implantologie und eine Förderung dieser damals noch jungen Fachdisziplin vor. Ebenfalls 1970 im Fokus der DGZI stand die Zusammenarbeit mit anderen Fachgesellschaften und der Schulterschluss mit der Zahntechnik. Anhand zweier Patientenfälle vermochte der Freiburger Oralchirurg dazustellen, dass es zweifellos gelingt, mit Implantaten nachhaltige Ergebnisse über Jahrzehnte hinweg zu erzielen und dass in den vergangenen fünf Jahrzehnten unglaubliche Fortschritte erzielt werden konnten. Die heutigen Ideale und Ziele der DGZI indes sind die gleichen, wie die des Jahres 1970, hier hat sich keine Veränderung ergeben. Um für die nächsten fünf Jahre DGZI gewappnet zu sein, setzt die Gesellschaft konsequent auf Fortbildung und Wissensvermittlung mit klarem Fokus auf die junge Kolleginnen- und Kollegengeneration und auf die Zahntechnikerinnen und Zahntechniker. Aber auch die kollegiale und konstruktive Zusammenarbeit mit anderen implantologischen Fachgesellschaften und Gremien ist ein weiteres Ziel der DGZI für die kommenden Jahre.

Mit Professor Dr. Dr. Dr. Sharam Ghaanati sprach als nächster Referent ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der biologisierten Zahnmedizin – sein Vortrag über den Einsatz von Blutkonzentraten startete mit einem überraschenden Statement: „Vergessen Sie alle Einteilung von biologischen Materialien bezüglich Herkunft etc. – entscheidend ist immer nur die individuelle Immunantwort!“ Sechs Studien wurden von Professor Ghanaati präsentiert und bezüglich ihrer Relevanz für die tägliche implantologische Praxis gewertet. Anhand ausgezeichnet dokumentierter Fallbeispiele konnte der Frankfurter Kieferchirurg, der an der dortigen kieferchirurgischen Abteilung eine chirurgisch-onkologische Abteilung leitet, darstellen, wie wertvoll der Einsatz von PRF-Membranen gerade bei der Socket Preservation sein kann und wie ein schnellerer und biologischer Wundverschluss und somit eine wesentlich verbesserte Wundheilung erzielt werden kann. Ghanaati empfiehlt ein konsequentes Überstopfen der Alveole. Hybridmaterialien sieht der Frankfurter Kieferchirurg als Erfolg versprechende Option für die Zukunft. Eine Aufgabe hatte er für die Zahnärzteschaft indes auch parat: „Ihr müsst lernen, schnell und schonend Blut abzunehmen!“

An der Universitätszahnklink Freiburg ist seit geraumer Zeit Frau Professorin Dr. Katja Nelson in der Abteilung für translationale Implantologie tätig und hat sich hier in den vergangenen zwei Jahrzehnten vor allem auf dem Gebiet der digitalen Optionen ein einzigartiges Expertenwissen angeeignet. Vor diesem Hintergrund verwunderte die erste Take-Home-Message von Professorin Nelson manche Teilnehmerin und manchen Teilnehmer: „Es reicht nicht, den Patienten mit Implantatwunsch direkt zur Anfertigung eines DVTs zu schicken, nach wie vor unersetzlich ist eine gründliche klinische Untersuchung!“ Die Definition klarer Regeln und deren Einhaltung sieht Professorin Nelson als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Implantologie. Vor diesem Hintergrund erfolgte der Übergang in die digitale Welt fließend, ein besonderes Augenmerk legte Nelson auf die Datenerhebung als Grundlage für die Ermöglichung von Zahnersatz mit höchster Passgenauigkeit. „Mit einem DVT und einem digitalen Scan können Sie schon vieles machen!“, so Nelson. Beginnend mit der Segmentation, folgt die Manipulation des Datensatzes. „Wir können vieles, aber wir müssen viel können!“, so fasste DGZI-Präsident Bach im anschließenden Referententalk eine der zentralen Botschaften der drei Auftaktvorträge zusammen. Sowohl Frau Professorin Nelson als auch Herr Professor Ghanaati betonten, dass eine sichere Anwendung der von ihnen präferierten Verfahren eine intensive und durchaus aufwendige Einarbeitungsphase bedingt.

Live-Operationen

Nun galt es, das Erlernte auch umzusetzen bzw. umgesetzt zu sehen – bereits eine kleine Tradition bei DGZI-Kongressen stellen die Live-Operationen dar: Eine Übertragung einer Live-Operation in den Tagungssaal mithilfe der faszinierenden Multi-Channel-Streaming-Technik ermöglichte es den Kongressteilnehmenden und DGZI-Mitgliedern, einen einmaligen Einblick in die Arbeit renommierter Kolleginnen und Kollegen zu erleben – und dies in HD-Qualität. Mit der Einführung dieses Formats beschritt die DGZI (dereinst) Fortbildungsneuland!

Der Hamburger Fachzahnarzt Dr. Jan Klenke steuerte als Beitrag eine aufwendige Rezessionsdeckung mit einer azellulären dermalen Matrix unter Verwendung der Tunneltechnik bei. Nachdem aufgrund der zweifachen (Spender- und Empfänger-) Morbidität parodontale Rezessionsdeckungen seitens unserer Patientinnen und Patienten mit gewissen Vorbehalten belegt sind, werden diese mitunter wesentlich seltener in Form einer Transplantatentnahme durchgeführt, als Indikationen bestehen. Hier sieht Klenke einen neuen Therapieansatz: Mit der Insertion einer azellulären dermalen Matrix wird die postoperative Morbidität wesentlich minimiert, da die Entnahme eines autologen Bindegewebstransplantats entfällt. In einem zweiten Livestream zeigte der in Trier tätige DGOI-Präsident, Professor Dr. Daniel Grubeanu, seine Ideen, sein Vorgehen und Erfahrungen für und mit Sofortversorgungskonzepten. Er wählte hierfür einen sehr anspruchsvollen Patientenfall. Ein nicht erhaltungswürdiger Zahn 23 musste entfernt werden. Geplant war eine Sofortimplantation mit Sofortbelastung, die er Schritt für Schritt darstellte, beginnend mit der Planung über die Implantatinsertion bis hin zur Eingliederung der provisorischen prothetischen Restauration. Hierfür wurde der entfernte Zahn gekürzt und ausgehöhlt und dann zur weichteilstabilisierenden Krone umgebaut. Eindrücklich: Die Weichteile wurden derart gestützt (auch unter Verwendung einer PRF-Membran), dass keinerlei posttraumatischer Verlust zu verzeichnen war. Sehr techniksensitiv und aufwendig, keine Frage, aber das Ergebnis bestätigte die Richtigkeit des dargestellten Prozederes.

Table Clinics

Für manche immer noch ein recht ungewohnter Anblick – statt der üblichen auf die Bühne ausgerichteten parlamentarischen Bestuhlung nun Rundtische im Sinne einer Bankettbestuhlung!                                                                                                             An diesen fanden in drei Staffeln Tischdemonstrationen zu unterschiedlichsten Spezialthemen der Implantologie statt. Jede ausstellende Firma hatte einen Tisch zur Verfügung gestellt bekommen und Referenten verpflichtet, die die Demonstrationen durchführten – hier erwiesen sich die unmittelbar zur Demonstration stattfindenden und auch die anschließenden Diskussionen und Austausche als sehr erkenntnisbringend. Ein neues Format, welches erneut auf hohe Akzeptanz sowohl der Kongressteilnehmenden als auch der Dentalaussteller stieß.

Ein weiteres Highlight – die Digitale Poster-Präsentation (DPP)

Die DPP fand an beiden Kongresstagen mit Poster Presentern in der DPP Lounge im Ausstellungsbereich direkt vor dem Tagungssaal statt. Alle Poster konnten auch online über mobile Geräte abgerufen werden. Die DPP ist internetbasiert und interaktiv. Aus den eingereichten Postern wurden die Preisträger durch DGZI-Vize, Frau Dr. Arzu Tuna, gekürt, die ersten drei Preise wurden im Rahmen des Samstagvormittagprogramms verliehen. Der erste Preis ging an den Heidelberger Privatdozenten Tim Hilgenfeld, den zweiten Preis nahm die Arbeitsgruppe Professor Bourauel, Professor Dörsam und Frau Dr. Keilig entgegen und der dritte Platz ging an die rührige Hamburger Forschungsgruppe um Professor Smeets und Frau Dr. Sogand Schäfer. Die Preisträger stellten ihre Arbeiten kurz vor.

Der zweite Kongresstag – der „Wissenschaftstag“

Nachdem der erste Kongresstag stark praktisch ausgerichtet war, standen am zweiten Kongresstag speziell die wissenschaftlichen Aspekte im Mittelpunkt. Ausgehend von einer Bestandsaufnahme zu aktuellen Trends ging es aber auch hier verstärkt um die Frage: „Wie wird die Implantologie der Zukunft aussehen?“

Und hier kamen die geladenen Geburtstagsgäste zum Zug – Präsidenten und Vorstandsmitglieder befreundeter implantologischer und anderer Fachgesellschaften referierten und stellten neueste Trends und Visionen und deren Relevanz für die Praxis vor. 

Das Samstagsprogramm des 50. Internationalen Jahreskongresses der DGZI bot somit wissenschaftliche Überblicksvorträge zu allen relevanten Bereichen der oralen Implantologie, wie digitale Implantologie/Prothetik, Knochen und Gewebe und Materialien und Design.

Die DGZI-Kongressmacher verfolgten hier erneut das Ziel, dass es bei diesen Vorträgen vorrangig darum gehen sollte darzustellen, was sein wird, daher nicht um Case Reports oder Vorstellung einzelner Studien, sondern um die Entwicklungsrichtungen und Visionen. Drei Themenblöcke zogen das Auditorium in den Bann.

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Session 1: Knochen und Hartgewebe

Ein furioser Auftakt des wissenschaftlichen Programms des zweiten Kongresstages – DGI-Präsident, Professor Dr. Dr. Knut A. Grötz sprach über Knochenaugmentation bei lokaler und systemischer Kompromittierung. In einem furiosen Ritt durch die Geschichte der Augmentationschirurgie stellte Grötz dar, wie sich „alle Paradigmen überholt haben!“. Zwar gibt es weiterhin vereinzelt Bedarf an Beckenkammtransplantaten, aber deren Zahl nimmt zugunsten lokoregionärer Augmentate immer mehr ab. Dies wird vor allem durch osteosynthetische Verfahren und Hilfsmittel möglich. Letztendlich entscheidend ist eine systematische Einteilung der Patienten mit einer systemischen und übergeordneten Kompromittierung, welche, so Grötz, 95 bis 97 Prozent aller Patienten mit kompromittiertem Knochenangebot betrifft. Mit diesem Entscheidungslogarithmus kann dann auch die Wahl auf Vermeidung einer Augmentation zugunsten durchmesserreduzierter und kurzer Implantate fallen. Credo des Wiesbadener Kieferchirurgen: Ziel und Schlüssel ist die personalisierte Implantologie!

Der Ärztliche Direktor der Mainzer Kieferchirurgie, Professor Dr. Bilal Al-Nawas, zeigte die immense implantologische Lernkurve der vergangenen fünfzig Jahre auf, was Implantat, Knochen und Weichgewebe betrifft. Eloquent stellte der Mainzer Hochschullehrer fest: „In der Implantologie ist es wie mit dem Minirock – es kommt alles wieder!“ Und in der Tat, die Literaturrecherchen, die Professor Al-Nawas bezüglich Publikationen aus den Siebzigerjahren durchgeführt hatte, belegten, dass es durchaus zum dortigen Zeitpunkt Techniken und Methoden gab, die funktionierten und die Patienten zufriedenzustellen vermochten. Diese wurden verfeinert und mit neuen Optionen ergänzt. Hier stellte die Konzentration auf Titan als Implantatmaterial einen ersten wichtigen Schritt dar. Die Neunzigerjahre waren gekennzeichnet durch die Entwicklung neuer Implantatsysteme, die teilweise bis heute auf dem Markt sind, und neue Verfahren mit vorhersagbarem Ergebnis etablierten sich, zum Beispiel der Sinuslift. Die Jahre nach der Jahrtausendwende waren durch die Erkenntnisse über implantologische Spätkomplikationen biologischer und technischer Natur gekennzeichnet. Die Geschwindigkeit der Osseointegration konnte durch Entwicklung neuer Implantatoberflächen wesentlich erhöht werden. Das Handling mit der Gingiva-Manschette wurde durch Entwicklung von Implantaten mit Platform Shift, die dem Zusammenspiel Gingiva–Knochen zuträglich ist, wesentlich verbessert. Einen letzten Entwicklungsschritt stellte, so Al-Nawas, die Etablierung durchmesserreduzierter und extrem kurzer Implantate und solcher aus Zirkondioxid dar.

Über den Tellerrand hinaus schaut der Hallenser Hochschullehrer Professor Dr. Christian Gernhardt, der darstellte, wann der Zahnerhalt und wann das Implantat die bessere Wahl ist. „Ich bin der Zahnerhalter, der den Implantaten im Wege steht“, dies das launige Einführungswort Gernhardts. Dass sich die aktuelle Entscheidungsfindung heute wieder mehr in Richtung Zahnerhalt und Wurzelbehandlung bewegt, ist vor allem neuen Techniken und Verfahren und industriellen Entwicklungen auf dem Gebiet der Endodontologie zu verdanken. Aber auch die Diskussion um die Periimplantitis war dieser Entwicklung zuträglich. Die Definition einer Wurzelbehandlung im Sinne Gernhardts ist die Behandlung einer infektiösen Krankheit. Hier spielt die Schnittstelle Endodontologie-Humanmedizin eine ganz große Rolle im Sinne einer individualisierten Medizin. Mit einem Blick auf die Empfehlungen Endodontie und Implantologie schloss Gernhardt seine Ausführung mit der Take-Home-Message: „Zahnerhaltung first!!“

Session 2: Neue Konzepte

Nachdem er am Vortag bereits entsprechende bewegte Bilder, eindrucksvoll präsentiert hatte, würdige Professor Grubeanu nochmals in einem Impulsvortrag die Bedeutung der Sofortimplantation in der täglichen Praxis.

Wichtig war dem Trierer Implantologen festzustellen, dass es immer – unabhängig von der Füllung der Alveole – zu resorptiven Veränderungen kommt. Die 1mm subkrestale Positionierung in optimaler dreidimensionaler Position ist eine Grundvoraussetzung für diese Versorgungsform. Ausgehend von den Wolffschen Postulaten aus dem Jahre 1892 (!) forderte Grubeanu, den Knochen zu belasten, um ihn zu konservieren, und so war der Übergang in die Sofortimplantation und Sofortbelastung geebnet. Ausgezeichnet dokumentierte Fallbeispiele unterstützten das Fazit Grubeanus „Sofortbelastung und Sofortimplantation bedeutet Freude für Patient und Zahnarzt zugleich.“

Professor Ralf Smeets definierte Risikofaktoren in der Implantologie und postulierte die Wichtigkeit der Beachtung von Vitaminmangel, Stoffwechselerkrankungen und Medikamenten. Der Hamburger Kieferchirurg wies darauf hin, dass 30 Prozent unserer Patienten einen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel aufweisen, und empfahl die Substitution vorgängig großer implantologischer Eingriffe (z.B. eines Sinuslifts). Auch die Folgen einer Einnahme von Protonenpumpenhemmern für unser Fachgebiet stieß auf hohes Interesse des Auditoriums.

Mit seiner Paradedisziplin wartete Dr. Dr. Wolfgang Jakobs auf. Der BDO-Vorsitzende sprach über Anästhesieverfahren in der Implantologie. Mit der Feststellung, dass psychosomatische Erkrankungen in den vergangenen Jahren über 30 Prozent zugenommen haben, begann Jakobs seine Ausführungen und gab praxisrelevante Tipps zu zahnärztlicher Lokalanästhesie, aktuellen Sedierungsverfahren und zur Allgemeinnarkose. Die titrierte Gabe von Midazolam hat sich bei der Sedierung als Goldstandard mit hohem Sicherheitsrahmen etabliert.

Session 3: Weichgewebe und Management

Die „Materialfrage“ stellte Professor Florian Beuer, der über entsprechende Materialoptionen für die Implantatprothetik sprach. „Sehr oft sehe ich implantatprothetische Versorgungen mit exzellenter Chirurgie, aber nur mäßiger Prothetik, so der Berliner Hochschullehrer, „das ist doch eigentlich schade!“. Abhilfe sieht er in der konsequenten Ausnutzung materialspezifischer Potenziale. Hier nehmen die zahnfarbenen Materialien und unter diesen das Zirkonoxid eine ganz besondere Rolle ein, die sich bezüglich Ästhetik und Biokompatibilität als vorteilhaft erwiesen haben. Durch den Versuch immer transluzentere Zirkonoxidmaterialien zu entwickeln, mussten allerdings auch Einbußen an Festigkeit akzeptiert werden, sodass im Seitenzahngebiet nur ZNO-Materialien der ersten und zweiten Generation zum Einsatz kommen sollen. Aber auch die moderne Generation von Kunststoffen, so Beuer, ist aus der heutigen Implantatprothetik nicht mehr wegzudenken, vor allem seit diese in CAD/CAM-Verfahren zu verarbeiten sind. Bei komplexen Restaurationen, bei auszutestenden Situationen können diese neuen Hochleistungskunststoffe erfolgreich eingesetzt werden.

„Wie erzeuge ich optimale Gewebeverhältnisse?“, dies das Thema von Professor Thorsten M. Auschill. Professor Auschill ist an der Marburger Universität in der Abteilung für Parodontologie und periimplantäre Erkrankungen als Hochschullehrer tätig und wandte sich demnach sofort dem Themenbereich der Weichgewebsdefizite zu. Gleich zu Beginn seines Vortrages stellte Auschill klar, dass unbehandelte Parodontitis und Periimplantitis zu Weichteilverlusten führen. Er fokussierte seine Ausführungen auf Rezessionen und die Optionen zu deren Deckung.

DGZI-Past-Präsident Professor Friedhelm Heinemann referierte über implantatprothetische Versorgungen und deren Potenziale. Professor Heinemann hat – aus der Praxis heraus – an der Universität Greifswald habilitiert und lehrt dort auch. Er griff ein „altes Thema“ wieder auf, wie er es in seinem Einführungswort formulierte und er widmete seine Ausführungen der Knochenstabilität um das Implantat herum. Dem Platform Switch kommt seiner Ansicht nach eine ganz zentrale Rolle zu. Auf der anderen Seite wird der Effekt der Stabilität durch einen Konus verstärkt. Heinemann postulierte: „Wir müssen weg vom Knochen!“ Da der Konus indes eine höhere Frakturgefahr birgt und ggf. im Oberkieferfrontzahnbereich ästhetische Nachteile birgt, versuchte Heinemann bei einem Implantat beide Optionen verwirklichen zu können – sowohl Konus als auch Platform-Switch. Unterstützung für dieses Vorhaben erfuhr er durch die Arbeitsgruppe um Professor Bouraul. Die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe führten zur Entwicklung einer Produktlinie, Ergebnisse einer eigenen randomisierten Studie rundeten die Ausführungen Heinemanns ab.

Den Abschlussvortrag des 50. DGZI-Jahreskongresses steuerte ein weiterer DGZI-Past-Präsident bei – Professor Frank Palm beantwortete die Frage, wie man alveolären Knochen nach Extraktion erhalten kann. Professor Palm leitet in Konstanz am Bodensee die Hauptabteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und dort auch ein großes Ambulatorium. Er ist seit Jahren als eloquenter und engagierter Befürworter von Knochenersatzmaterialien bekannt. Auch seine Ausführungen im Rahmen des 50. DGZI-Kongressses widmeten sich diesem Thema – Professor Palm stellte das von ihm mitentwickelte Cerasorb Foam Produkt vor. Es handelt sich hier um einen TCP-Schaum, der zum Erhalt des lamellären Knochens führen soll. Zu den klinischen Ergebnissen: Neben dem Erhalt der bukkalen Lamelle zeigt sich das neue Material vor allem bezüglich des Volumenerhalts per se, so Professor Palm. Sollte in einem derart vorbehandelten Knochenareal implantiert werden, so ist ein Bohrprotokoll für weichen Knochen erforderlich. Kleine, noch nicht organisierte TCP-Reste können hier belassen werden.

3. Zukunftskongress für die zahnärztliche Implantologie und 50. Internationaler Jahreskongress der DGZI– ein kurzes Fazit

Mit dem Kölner „50+1-Kongress“ konnten die Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer in der Tat ein herausragendes und innovatives Fortbildungsereignis und ein würdiges Jubiläumsfest der ältesten europäischen implantologischen Gesellschaft erleben.

Aber nicht nur das:

Aus verschiedenen Blickwinkeln von Wissenschaft, Praxis, Politik und Industrie wurde eine neue Ebene der Interaktion erreicht. Mit dem Versuch, der dringenden Frage nachzugehen, wie die Implantologie in fünf oder vielleicht zehn Jahren aussehen wird und wie dann die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sein werden, wurde seitens der DGZI Neuland beschritten und gleichzeitig stand das „Who’s Who“ der deutschsprachigen zahnärztlichen Implantologie auf der Bühne!

„Wir sind sehr froh, dankbar und glücklich über diesen schönen Jubiläumskongress, aber auch darüber, dass wir den Weg des Zukunftskongresses beschritten haben!“, so DGZI-Präsident Dr. Bach.

Als Fazit des dritten Zukunftskongresses kann festgestellt werden, dass es im Hinblick auf die implantologische Praxis der Zukunft neben wissenschaftlichen und technologischen Gesichtspunkten vor allem um strategische Fragen und deren Beantwortung geht.

Die DGZI wird an diesem Thema und an diesem Anspruch weiter aktiv arbeiten und so die Bedeutung und Anziehungskraft dieser Fachgesellschaft auch in den kommenden 50 (+1) Jahren unter Beweis stellen.

Korrespondenzadresse:

Dr. Georg Bach

Fachzahnarzt für Oralchirurgie

Rathausgasse 36

79098 Freiburg im Breisgau

doc.bach@t-online.de

DGZI wählt neue Fortbildungsreferentin und 1. Kassenprüfer

Am Vortag des 3. Zukunftskongresses und 50. Internationalen Jahreskongresses der DGZI fand die jährliche Mitgliederversammlung statt.

Neben der Berichtserstattung der verschiedensten Vorstandsbereich und der Vorstellung und Verabschiedung des Haushalts, wurden anlässlich der Mitgliederversammlung auch Wahlen durchgeführt und wichtige Vorstandspositionen neu vergeben. 

Zur neuen Fortbildungsreferentin wurde die Mainzer Oralchirurgin Dr. Elisabeth Jacobi-Gresser in den Vorstand der DGZI gewählt. Frau Dr. Jacobi-Gresser ist der DGZI seit langen verbunden und hat sich bereits in der wissenschaftlichen Begleitung des „Lernbuches Implantologie“, des online Campus und des Fortbildungsprogramms intensiv in die Verbandsarbeit eingebracht. Auch an der Neugestaltung des erfolgreichen „Curriculums Implantologie“ war die neue Fortbildungsreferentin bereits aktiv beteiligt. Dr. Jacobi-Gresser war und ist Delegierte der DGZI bei der Leitlinienkonferenz „Materialunverträglichkeit“.

Einen Wechsel gab es auch bei der Position der Kassenprüfer der DGZI. Der langjährige 1. Kassenprüfer Dr. Uwe Ryguschik wurde verabschiedet und dafür der Hamburger Zahnarzt Dr. Marcus Quitzke gewählt. 

Präsident Dr. Georg Bach und der gesamte Vorstand der DGZI begrüßten die Neuwahl von Frau Dr. Jacobi-Gresser und sehen in der fortbildungserfahrenen Zahnärztin und Oralchirurgin eine Bestätigung und die Möglichkeiten der Weiterentwicklung der innovativen Fortbildungsaktivitäten der DGZI. Mit der Neuwahl von Dr. Quitzke geht die DGZI auch einen wichtigen Schritt vorwärts, jüngere Zahnärzte in wichtigen Positionen des Verbandes zu platzieren und damit einen langfristigen Generationswechsel zu gewährleisten.

Jetzt anmelden: Zukunftskongress für die zahnärztliche Implantologie der DGZI am 1./2. Oktober 2021 in Köln

Die älteste europäische Fachgesellschaft für zahnärztliche Implantologie – die DGZI – wurde im letzten Jahr 50 Jahre alt. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte der Jubiläumskongress nicht stattfinden. Am 1. und 2. Oktober 2021 wird der Kongress in Köln nachgeholt.

Ursprünglich sollte im letzten Jahr das Jubiläum der DGZI am Gründungsort Bremen gefeiert werden. Doch aufgrund der Pandemie-bedingten Einschränkungen musste der Kongress, wie so viele andere auch, abgesagt werden und findet jetzt am 1. und 2. Oktober 2021 im Maritim Hotel Köln statt. Das besondere Highlight ist, dass dem Anlass entsprechend ein nicht nur hochkarätiges, sondern auch besonderes Referententeam gewonnen werden konnte.  Präsidenten, Past-Präsidenten, Vorsitzende und Vorstände von DGI, DGOI, BDO, DGET und DGZI werden unter der Themenstellung Visions in Implantology: 50 Years – From single Implant to digital Workflow die wissenschaftlichen Vorträge im Hauptprogramm halten. 

Dass sie als „Oldie“ auf der Höhe der Zeit ist, beweist die DGZI zudem mit einem hoch-modernen Kongresskonzept. Hochkarätige Vorträge, die Übertragung einer Live-OP in den Tagungssaal, ein Live-Tutorial, ein umfangreiches Angebot an Table Clinics, eine Digitale Poster-Präsentation sowie ein darauf abgestimmtes Ausstellungskonzept sind hier integraler Kongress-Bestandteil.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden in Köln einen Kongress erleben, der auf 50 Jahre Implantologie zurückblickt, neue Fragen aufwirft und in der Interaktion von Teilnehmern, Referenten und der Industrie Visionen aufzeigt. Mit diesem modernen, organisatorischen und inhaltlichen Anspruch haben die Organisatoren zum einen die früher übliche Zersplitterung des Kongresses in diverse Podien, Workshops und Nebenprogramme aufgehoben, andererseits auch das Profil als eine Veranstaltung für den Praktiker geschärft. Alle Vorträge, die Podiumsdiskussionen, die Übertragungen der Live-OP/des Live-Tutorials sowie die Table Clinics finden an beiden Tagen komplett im Mainpodium statt, welches zugleich auch Ausstellungsbereich ist.

Parallel zum Zukunftskongress der DGZI, unter Nutzung der gleichen Infrastruktur mit einer gemeinsamen Industrieausstellung sowie gemeinsamen Table Clinics, findet in Köln der MUNDHYGIENETAG statt. 

Hinweis: Die Veranstaltung wird entsprechend der geltenden Hygienerichtlinien durchgeführt!

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Weitere Informationen unter www.dgzi-jahreskongress.de

Prof. Dr. Norbert Gutknecht verstorben

Der langjährige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Laserzahnheilkunde e.V. (DGL) verstarb an den Folgen einer Virusinfektion.

Dr. Georg Bach

Tief betrübt und erschüttert erhielt die deutsche Dentallaser-Familie die Nachricht vom allzu frühen Tod von Prof. Dr. Norbert Gutknecht, der diese Woche in Namibia an den Folgen einer heimtückischen Virusinfektion verstarb.

Der im nordbadischen Mannheim gebürtige Gutknecht studierte an der RWTH Aachen Zahnmedizin, und diese rheinisch-westfälische Technische Hochschule war nicht nur der Ort seiner Ausbildung zum Zahnmediziner; nein, sie wurde auch zur zentralen Wirkungsstätte seines gesamten beruflichen Werdegangs und Schaffens. Bereits als junger Zahnarzt kam Norbert Gutknecht mit der damals ganz neuen Technik der Dentallaser in Berührung. Auch wenn es Maiman bereits in den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts gelungen war, den von Einstein vorausgesagten Laser technisch zu verwirklichen, und auch angesichts zahlreicher Implementierungen von Laserlicht in humanmedizinische Anwendungen, so verhalten war zunächst die Reaktion der Zahnmedizin dieser neuen Technik gegenüber. Anfängliche Versuche, vornehmlich im asiatischen Raum, mit dem Fokus der laserunterstützten Präparation scheiterten, und so brauchte es fast ein Vierteljahrhundert, bis es zur Renaissance der Laserzahnheilkunde kam. Norbert Gutknecht war einer der ersten Zahnmediziner, die sich mit Dentallasern befassten, und dies im besten wissenschaftlichen Sinne. Als Visionär, der Gutknecht zeitlebens war, erkannte er sofort das unglaubliche Potential, welches die Anwendung monochromatischen Lichts in der Mundhöhle haben würde. Er erkannte indes auch, dass die Anfänge der Laserzahnheilkunde in Europa zu Beginn der Neunzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts durchaus holprig und kontrovers diskutiert verliefen.

Allzu großzügig ausgelegte Indikationsstellungen, vornehmlich forciert von einigen Laserherstellern, führten auch zu Misserfolgen und Enttäuschungen. Gutknecht erkannte, dass die Laserzahnheilkunde so in das dentale Rotlichtmilieu abzugleiten drohte, und richtete den Fokus seines universitären Schaffens gleich auf zwei Ebenen – dem der wissenschaftlichen Arbeiten rund ums Laserlicht in der Zahnheilkunde und parallel hierzu auf die Verankerung der deutschen Laserzahnheilkunde in der anerkannten wissenschaftlichen Welt.

Nicht nur seine Habilitation – selbstverständlich zu einem Laserthema, nämlich dem der Integration des Lasers in die Behandlung endodontologischer Erkrankungen – war ein beredtes Zeichen seines Wirkens als Wissenschaftler; nein, wir verdanken Gutknecht eine sehr große Anzahl wissenschaftlicher Arbeiten zum Einsatz von Laserlicht in der Mundhöhle.

Angetan hatte es ihm hier die Nd:YAG-Wellenlänge, und dank seiner Arbeiten gehört der Nd:YAG-Laser heute zu den besterforschten Laserwellenlängen weltweit. Unzählige Symposien, Kongresse, Tätigkeiten als Chefredakteur und Schriftleiter, die Gründung seines legendären Aachener Arbeitskreises „Laserzahneilkunde“ und viele andere Aktivitäten waren weitere Meilensteine seiner wissenschaftlichen Arbeit.

Ja, und da war noch die Deutsche Gesellschaft für Laserzahnheilkunde; nein, nicht die DGL, sondern seine DGL, und fürwahr für diese renommierte und große Fachgesellschaft entwickelte sich Gutknecht zur Leit- und Führungsfigur schlechthin, bis hin zur Personifizierung DGL = Gutknecht. Er führte diese, seine Fachgesellschaft nicht nur zur Position einer der führenden Laser-Fachgesellschaften weltweit, in Augenhöhe zu Brasilien und Japan; nein, er nutzte diese geschickt und unter Ausnutzung seines beachtlichen Networks auch für sein zweites Ziel, dem der Verankerung der deutschen Laserzahnheilkunde in der anerkannten wissenschaftlichen Welt.

Sein größter Coup hierbei war zweifellos die Aufnahme der DGL als assoziierte Tochter der DGZM, und so verdanken wir Norbert Gutknecht auf vielen, ja eigentlich allen Ebenen der Laserzahnheilkunde unglaublich vieles.

Norbert Gutknecht indes auf diese überaus beeindruckende Bilanz seines Schaffens zu reduzieren, wäre indes falsch und absolut unzutreffend. Es gilt auch den Menschen Norbert Gutknecht zu würdigen. Den unprätentiösen, geerdeten „Monnemer“, der sympathisch und überaus menschlich seine Laserfamilie führte und immer für einen Schuss Humor sorgte. Viel zu früh wurde er aus unserer Mitte gerissen. Norbert Gutknecht war einer der Menschen, der wirklich das so oft zitierte „Unersetzliche“ darstellte.

Dr. Georg Bach, Freiburg im Breisgau

Herzlich willkommen bei al dente

So hieß es am Freitag und Samstag endlich wieder bei der ersten Präsenzveranstaltung in unserem Haus. Abstand halten, Masken tragen waren unter anderem Auflagen, welche eingehalten werden mussten.

Digitaler Workflow von A – Z

Geimpft, Genesen und Getestet sein, waren die Voraussetzungen an die Teilnehmer, um an diesem neu entwickelten Zusatz-Modul Curriculum Implantologie der DGZI dabei zu sein.

Es war eine erfolgreiche Veranstaltung und alle Seiten haben viel dazu gelernt.

Die Referenten waren: Dr. Rolf Vollmer, Dr. Rainer Valentin, Thomas Panthel und Oliver Beckmann von al dente Zahntechnik sowie Jan Kindler von der Firma Zimmer Biomet.

Dr. Vollmer stellte zunächst eindrucksvolle Fälle von fehlpositionierten Implantaten vor. Er verwies auf die Untersuchungen von Canullo, dass 50 % der Periimplantitis Fälle durch Falschpositionierung der Implantate verursacht werden. Ebenso verwies er auf ein Zitat von Untersuchungen von H. Deppe et.al., die festgestellt haben, dass es auch bei der Behandlung von Periimplantitis nur selten zu einer kompletten restitutio ad integrum kommt. Dr. Vollmer erläuterte die Folgen von Fehlpositionierung anhand von 3D und anatomischen Bildern, die zeigten welch schwerwiegende Folgen durch Perforationen der Mandibula und anderen Strukturen vorkommen können, die teilweise sogar lebensbedrohlich sind. Er ging dann auf die eventuell folgenden juristischen Konsequenzen ein und stellte dar, dass die digitalen Techniken, im Speziellen  die 3D Möglichkeiten in der Röntgentechnik von Vorteil sind, um diese Komplikationen zu vermeiden. Bedeutend sei auch, dass man  zur Anordnung, Diagnostik, Planung sowie Abrechnung von 3D Aufnahmen, den sogenannten DVT „Führerschein“ brauche. Das große Interesse am Angebot des DGZI Curriculums an der Möglichkeit den DVT Führerschein zu erwerben zeige dies. Mittlerweile seien es ca. 80% der Teilnehmer, die diese Wahlmöglichkeit nutzten. Ferner wurden die Möglichkeiten und Strahlenschutzbedingungen im Einzelnen besprochen, deren Beachtung dringendst empfohlen wird. Im Anschluss daran stellte ZT Thomas Panthel (al dente Zahntechnik) die Umsetzung der vom Zahnarzt gewonnen Dicom Daten für die weitere Behandlungsplanung dar. Er verwies jedoch direkt zu Anfang darauf, dass er als Techniker nicht der Verantwortliche für die Gesamtplanung und den Erfolg sei und dies im Team mit dem Zahnarzt nach dessen Vorgaben bespreche um später eine optimale Ausführung der Operation z.B. mit navigierter Schablonenführung Sofortimplantationen, Sofortbelastung und Sofortversorgung möglich mache. Der Zahntechniker sei nicht berechtigt, dem Zahnarzt eine Planung zu geben, ohne dies im Team besprochen zu haben. Dies sei eine medizinische Tätigkeit, für die der Zahnarzt auch die entsprechende Fachkunde erwerben muss. Er empfahl allen zahntechnischen Kollegen –wenn die Planung das ok des Zahnarztes erhielte- diesen z.B. ausgedruckten Behandlungsplan vom Zahnarzt gegenzeichnen zu lassen. Thomas Panthel erläuterte dann im Weiteren, wie er die 3D Daten des Zahnarztes in die sogenannten .STL Daten umsetze und welche Möglichkeit die entsprechenden Planungsprogramme zur Verfügung stellten. Anhand von verschiedenen Fallpräsentationen erläuterte Thomas Panthel im Team mit Oliver Beckmann die individuellen zahntechnischen Möglichkeiten. Nach einer Pause erläuterte Dr. Valentin die Versorgung eines ästhetisch ansprechenden Einzelimplantates, mit der früheren einfachen 2D Vorgehensweise, die ebenfalls schon mit Implantatführungsschablonen arbeitete, jedoch nicht die 3D Möglichkeiten von heute nutzte. Die Teilnehmer bewunderten wie aufwendig dieses „alte“ Verfahren doch war, um das gezeigte, beeindruckende, ästhetische Ergebnis zu erreichen. Danach erläuterte Dr. Vollmer die Vorgehensweise für einen 3D Frontzahnknochendefekt mit einer Knochenaugmentation für die Implantation  vorzubereiten. Dr. Vollmer betonte die Bedeutung der Aussage von Dennis Tarnow „the bone-sets the tone“. Auf gut Deutsch gesagt, ohne eine entsprechende knöcherne Unterlage kann auch das Weichgewebe nicht korrekt positioniert werden. Er erläuterte die Vorgehensweise mit einem autologen Block, der aus dem Kinn  entnommen wurde und entsprechend in die Empfängerregion transplantiert wurde. Dr. Valentin erklärte ausführlich, wie die Fixierung mit einer sogenannten Knochenzugschraube korrekt zu erfolgen habe, um quasi eine Presspassung des entnommenen Knochenblocks an der Empfängerstelle zu gewährleisten. Zu dem Thema der Blockaugmentation hatte die DGZI auch Herrn Jan Kindler von der Firma Zimmer Biomet eingeladen, um die Möglichkeit von individualisierten, vorgefertigten allogenen Blöcken aufzuzeigen. Jan Kindler bedankte sich für die Einladung und erklärte wie im Vorfeld anhand der zur Verfügung gestellten DVT Daten sowohl ein Knochenmodell als auch ein Musterblock gefertigt wurde, der im späteren Verlauf dann auch in Position gebracht wurde. Herr Kindler erläuterte ausführlich wie die allogenen Femurköpfe entsprechend vorbehandelt wurden, damit im späteren keine gesundheitlichen Gefahren für den Patienten  ausgehen können. Es handele sich  um ein Arzneimittel, dass vom Arzt  verordnet werden muss. Bezüglich der Verarbeitung erläuterte er die Rehydrierung und Behandlung des Blockes vor der Operation. Die Teilnehmer waren sich darüber einig, dass auch diese Methode unter Umständen eine sinnvolle Alternative zur autologen Knochenentnahme und Behandlung von Knochendefekten sei, da ein 2. OP Gebiet nicht eröffnet werden müsse.  Der individuell gefräste Block passe exakt in den Knochendefekt.  Jan Kindler stellte dann auch noch die zusätzlichen Möglichkeiten vor, eine Schalentechnik anzuwenden. Hier sei es mittlerweile möglich, die entsprechenden Teile entweder aus PEEK oder Titan ebenfalls nach den DVT Daten vorab herzustellen.

Im weiteren Verlauf stellte Dr. Valentin einen eigenen Fall der individualisierten Blockaugmentation in einer Unterkieferfreiendsituation dar. Die Teilnehmer diskutierten mit den Referenten über mögliche Resorptionen und wie dem zu begegnen sei. Im Anschluss daran wurde der Modellblock in einer Livedemonstration von Frau Dr. Martina Vollmer am Modell in Position gebracht und fixiert. Dr. Valentin betonte nochmals die Bedeutung der Knochenzugschraube und  deren richtige Anwendung. Nach einem kleinen Finger Food Büfett und einem kurzen Umtrunk verließen die Teilnehmer die Veranstaltung, gespannt auf das Programm des nächsten Tages.

Da auf Grund der Corona Situation die Hotels zwar offen waren, jedoch kein Frühstück angeboten wurde, wurde den Teilnehmern am nächsten Morgen zunächst ein kleines Frühstück im Garten serviert. Im Erstvortrag erläuterte Dr. Vollmer die Möglichkeiten der Versorgung im zahnlosen Kiefer mit Implantat getragenem Zahnersatz. Er stellte die verschiedenen Möglichkeiten der Befestigung mit Attachements, Geschieben, Teleskopen und Stegen ausführlich dar und bat das Technikerteam auch um Stellungnahme zu technischen Komplikationen bei den unterschiedlichen Attachements. Leider sei es so, dass wenn der Zahnarzt Probleme mit einer neuen Versorgung habe und der Patient auf Grund unzureichender Verankerung der Prothese ständige Reklamationen vorbringe, dass der Techniker dann die letzte Rettung sei und Vorschläge zur Problemlösung erbringen soll. Das, welches System auch immer verwendet wird, man auf jeden Fall den zweiteiligen Systemen den Vorzug geben sollte, um auf längere Sicht flexibel bei der Änderung der Prothetik zu sein, war das Fazit,   um auf längere Sicht mehr Flexibilität  z.B. auch bei Neuversorgungen zu haben. Nach einer kurzen Pause stand ein praktischer Übungsteil zur Verfügung. Die Teilnehmer konnten an bereit gestellten Monitoren eine eigene 3D Planung an einem totalen Oberkiefer üben. Dr. Vollmer erläuterte zunächst, wie die Dicom Daten im Programm aufgerufen werden und man die entsprechende Schichtebene z.B. gekrümmte Schnitte,  auf dem Monitor festlegt. Nach der Demonstration war es den Teilnehmern möglich entsprechende Planungen mit der von ihnen selbst zu bestimmten Implantatlänge und System zu üben. Thomas Panthel und Oliver Beckmann stellten danach nochmals technische Lösungen vor, die auch auf spezielle Fragestellungen der Teilnehmer eingingen. Nach der Mittagspause wurden im Folgenden praktischen Teil von Oliver Beckmann demonstriert, wie Verklebungen von Sekundärteilen im Mund erfolgen können, ohne mit Komplikationen rechnen zu müssen. Dr. Vollmer stellte eine einfache Unterkieferversorgung auf 2 Implantaten teleskopgetragen an einem Phantommodell vor. In diesem Zusammenhang betonte Oliver Beckmann die Bedeutung der Verklebung im Mund-. Man stelle immer wieder fest, dass bei Verklebung im Labor bedingt durch kleinste Ungenauigkeiten von Seiten der Abdrücke oder auch der Arbeitsgänge Spannungen entstünden, die unbedingt vermieden werden müssten, um auch die Implantatüberlebensdauer zu garantieren. Oliver Beckmann erläuterte dass die Verklebung im Grunde genommen eine einfache Sache sei, die auch dem Techniker zu einem zufriedenstellenden Ergebnis verhelfe.

Im Fazit waren sich auch die Teilnehmer darüber einig, dass,  wenn man diese Technik in der Praxis gesehen habe, es letztendlich nicht schwierig sei, dies selbst zu machen. Dr. Vollmer bestätigte die Aussagen der Techniker und betonte, dass eigene Zähne auf Grund ihrer Verankerung im Kiefer eher eine Toleranz von Ungenauigkeiten ertragen könnten, bei einem Implantat dies jedoch „tödlich“ sei. Da die Zeit schon fortgeschritten war, stellte Dr. Vollmer zum Abschluss eigene Fälle von Totalversorgungen im Rückblick von über 30 Jahren dar und erläuterte die Probleme, die  in vielen Fällen aufgetreten waren. Man diskutierte die Fälle und versuchte Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Leider musste man feststellen, dass es bei vielen Fremdversorgungen, die auch diskutiert wurden,  in der Originalplanung erhebliche Defizite gab, so dass eine Optimierung von Altversorgungen teilweise nur durch zusätzliche Implantationen zu erreichen sei, um z.B. Canti Lever Versorgungen zu vermeiden.

Im Anschluss an den offiziellen Teil hatten die Teilnehmer  noch die Möglichkeit entsprechende Laborausstattungen wie Fräsgeräte, Scanner etc. und deren Wirkungsweise kennen zu lernen. Insgesamt von Seiten der Referenten ein interessantes, entspanntes Wochenende, von Seiten der Teilnehmer die Kommentierung „sehr klar und deutlich erklärt, didaktisch sehr gut, hochqualitativ, praxisorientiert, mit viel nützlichen Kenntnissen, wissenschaftlich hoch qualitativ, sehr professionell“.

DGZI präsentiert neuen Kurs “Digitaler Workflow von A-Z”

Digital-verbaler Kommunikationsfluss ZA/ZT – Missverständnisse vermeiden!

Update zur Schnittstelle Zahnarzt/Zahntechniker als Team

Die Deutsche Gesellschaft für Zahnärztliche Implantologie präsentiert ab 2021 einen neuen Kurs, der innerhalb des Curriculums Implantologie als Wahlmodul buchbar ist, jedoch auch interessierten Zahnärzten und Zahntechnikern offensteht.

Zielsetzung des Kurses ist die Implementierung eines Update des Curriculums Implantologie – um einen deutlichen Mehrwert für die tägliche Arbeit in der Praxis und im Labor zu erwerben. Unter der Überschrift „Stress vermeiden – Abstimmung der Planung in gemeinsamer Diskussion unter besonderer Berücksichtigung des speziellen Falls“ wurde dieser zweitägige Kurs entwickelt. Der Schwerpunkt liegt auf einer praxisbezogenen Weiterbildung und Umsetzung der aktuell verfügbaren Möglichkeiten der Zahnärztlichen Implantologie.  Starttermin ist der 28. – 29. Mai 2021 in Freudenberg im Schulungszentrum der Al-Dente Zahntechnik. Das Referententeam besteht aus erfahrenen Zahntechnikern und Zahnärzten, die sich bereits aus der praktischen Arbeit kennen. Unter der Leitung von Dr. Rolf Vollmer und Dr. Rainer Valentin gehören der DGZI Experte Implantatprothetik ZT Oliver Beckmann und ZT Thomas Panthel/ IT Spezialist, Experte Implantat Prothetik – DGZI zum Referententeam des Kurses.

Der Kurs eignet sich für Zahnärzte und Zahntechniker einzeln oder im Team.

Detaillierte Information finden Sie hier oder bei der DGZI Geschäftsstelle in Düsseldorf.

DGZI Geschäftsstelle

Paulusstraße 1

40237 Düsseldorf

Sekretariat@dgzi-info.de

0211/16970-77

Prüfung trotz Lockdown – DGZI geht neue Wege bei Fortbildung Curriculum und Spezialistenprüfung Implantologie

Für die traditionell stark an Fortbildung interessierte Zahnärzteschaft waren die letzten Monate geprägt von Absagen und Verschiebungen bereits gebuchter Kongresse und Veranstaltungen. Auch im erfolgreichen Curriculum Implantologie der DGZI mussten Module mit hohem praktischen Anteil abgesagt und auf den Frühsommer 2021 verschoben werden. In der Konsequenz sind damit die Abschlüsse der Teilnehmer am Curriculum im geplanten Zeitraum nicht oder nicht vollständig gewährleistet.

Um dennoch den Teilnehmern Möglichkeiten der curricularen Ausbildung zu erhalten und die Zeit des unfreiwilligen pausieren zu verkürzen, finden einzelne Module in einem qualifizierten Online-Training statt. Die beiden Referenten im DGZI-Curriculum, Prof. Thomas Weischer und Prof. Michael Augthum, hatten bereits im Dezember einen erfolgreichen Auftakt ihres Moduls „Problembewältigung in der Implantologie – Risiken erkennen, Komplikationen behandeln, Probleme vermeiden“. Bereits für März ist das nächste Online-Modul der beiden Referenten geplant.

Allen an der Durchführung, Planung und Organisation Beteiligten und vor allem den Teilnehmern des Curriculums bleibt die Hoffnung, recht bald wieder in die Präsenzfortbildung zurückzukehren und das Curriculum Implantologie der DGZI erfolgreich abzuschließen. Ist es doch auch Grundlage zur Erlangung des Tätigkeitsschwerpunktes Implantologie und bei Vorliegen der Voraussetzungen auch für die Prüfung zum „Spezialist Implantologie – DGZI“.

Prüfung zum „Spezialist Implantologie – DGZI“

Die DGZI-Spezialistenprüfung gilt nicht ohne Grund als eine sehr komplexe und hochwertige Fortbildung in der zahnärztlichen Implantologie. Hohe Anforderungen der praktischen implantologischen Tätigkeit und ein fundiertes fachtheoretisches Wissen sind die Grundlage, um zu dieser Prüfung zugelassen zu werden, nicht zuletzt entscheidet die Prüfung über Erfolg oder Misserfolg auf dem Weg zum „Spezialist Implantologie – DGZI“.

Bereits 2019/20 hatten sich drei Zahnärzte entschlossen, diesen Weg zu gehen und mit den Vorbereitungen für die Prüfung begonnen. Dr. Arthur Afrouz, M.Sc. aus Flensburg und die Brüder Dres. Dominik und Benjamin Hager aus der Bodenseeregion waren Ende 2020 nach Einreichung der umfangreichen Falldokumentationen bereit, ihre Prüfung abzulegen. Durch die Corona-bedingte Absage des DGZI-Jubiläumskongresses – „Zukunftskongress für die Zahnärztliche Implantologie und 50. Internationaler Jahreskongress“ im November 2020 – waren auch die Spezialistenprüfung und damit die Hoffnung auf einen erfolgreichen Abschluss nicht mehr vorhanden. Auf Initiative des DGZI Präsidenten Dr. Georg Bach und des Vizepräsidenten Dr. Rolf Vollmer wurden gemeinsam mit den Prüflingen die Möglichkeiten geschaffen, auch die Spezialistenprüfung als Online-Prüfung zu realisieren. Zahlreiche Unterlagen, Falldokumentationen und Case Reports mussten hierzu durch die Prüfungskommission im Vorfeld ausgetauscht, geprüft und bewertet werden. So konnte Dr. Arthur Afrouz bereits im Dezember 2020 und die Dres. Benjamin und Dominik Hager im Januar 2021 in einem intensiven, onlinegeführten Prüfungsgespräch die Prüfungskommission um Dr. Georg Bach überzeugen und gehören nun zum Kreis der Spezialisten Implantologie der DGZI. Präsident und Vorstand gratulieren allen drei Absolventen und freuen sich auf weitere Bewerbungen zu dieser angesehenen Qualifikation in der zahnärztlichen Implantologie.

Kontakt

Deutsche Gesellschaft für Zahnärztliche Implantologie e.V. (DGZI)

Paulusstraße 1, 40237 Düsseldorf

Tel.: 0211 16970-77

sekretariat@dgzi-info.de

www.dgzi.de

Blended Learning und Online Campus – das innovative DGZI Curriculum Implantologie!

Das erfolgreiches Curriculum Implantologie der DGZI ist in den letzten Jahren in seiner Struktur aufwendig überarbeitet worden und präsentiert sich seit 2019 in einer zeitgemäßen und innovativen Struktur. Hauptaugenmerk liegt heute in einem Mix aus theoretischer Online-Fortbildung und stark praxisbezogenen Präsenzmodulen.

Als erste implantologische Fachgesellschaft implementierte die DGZI einen Online Campus, der den Teilnehmern des Curriculums nicht nur Zeit, Reiseaufwand und Kosten spart, sondern ein Studieren in absolut flexiblen Strukturen ermöglicht. Gut aufbereitete Inhalte, Zwischenklausuren und eine finale Prüfung geben dem Teilnehmer ein ständiges Feedback über den erreichten Wissensstand und bereiten so auf die praktischen Module im Curriculum vor. Jeder Block endet mit einer Lernerfolgskontrolle, die vorab in Testklausuren beliebig oft geübt werden kann.

Und da zur curricularen Fortbildung nicht nur theoretische Grundlagen notwendig sind, sondern auch die wichtige Praxis dazu gehört, starten die Teilnehmer nach der online absolvierten theoretischen Ausbildung mit praktischen Modulen in der Präsenzfortbildung.

Spezielle implantologische Prothetik, Hart- und Weichgewebsmanagement und ein Anatomiekurs mit Arbeiten am Humanpräparat bilden die Fixpunkte der praktischen Module, die dann durch zwei weitere Wahlmodule mit frei wählbaren verschiedenen Themenbereichen der zahnärztlichen Arbeit ergänzt werden.

Zusätzlich erhalten alle Teilnehmer am Curriculum einen Zugang zur ITI Academy, in welcher gerade junge und implantologisch wenig erfahrene Zahnärzte, erste Inhalte der zahnärztlichen Implantologie lernen können.

Der Abschlusstest des Curriculums wird dann ebenfalls im DGZI Online Campus absolviert.

Neues Konzept, Online Training Zuhause oder Unterwegs, starker Praxisbezug, ITI Acadamy Zugang:

Das ist Blended Learning – jetzt bei der DGZI!

Beratung auch telefonisch über das DGZI Fortbildungsreferat.

(Bilder: Modulsituation Dresden ANATOMIE, Grafik Blended Learning)

Editorial des DGZI Präsidenten Dr. Georg Bach

Fünfzig. Hundert. Null.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

liebe Freundinnen und Freunde der DGZI!

Fünfzig – 50 Jahre alt wird sie, unsere Deutsche Gesellschaft für Zahnärztliche Implantologie. Ein in der implantologischen Welt ganz besonderes Jubiläum. Grund genug, ein schönes Geburtstagsfest zu organisieren – den 3. Zukunftskongress der DGZI. Und wo feiert man so ein einzigartiges Ereignis? Natürlich dort, wo die Anfänge liegen.
So wären wir am ersten Novemberwochenende in die altehrwürdige Hansestadt Bremen gefahren – die Stadt in der unsere Gründungsväter um den rührigen Implantologen Prof. Grafelmann damals die DGZI an den Start brachten. Und da man sich zu einem besonderen Geburtstag auch gerne besondere Gäste einlädt, ist die Liste der Eingeladenen gleichbedeutend mit dem „Who’s who“ der deutschen oralen Implantologie. Alle namhaften Gesellschaften, die sich mit unserer zahnärztlichen Fachdisziplin beschäftigen, wären in Bremen vertreten gewesen – und dies mit überaus renommierten Referenten.

Hundert – exakt 100 Prozent betrug der Messwert unserer Vorbereitungen, und ebenso zeigt das DGZI-Motivationsbarometer 100 Prozent an. Das hat auch seine Gründe, denn einen
50. Geburtstag feiert man als Fachgesellschaft, die sich mit einer im Grunde genommen immer noch recht jungen Fachdisziplin beschäftigt, tatsächlich nur einmal. Dass man als Jubilar angesichts dieser Tatsache gut aussehen will, versteht sich von selbst und deshalb war und bleibt unser Anspruch bei 100 Prozent!

Null – von Hundert auf Null hat uns ein kleines, tückisches Virus namens Corona ausgebremst. Die Ergebnisse sind Ihnen wohlbekannt, hat COVID-19 unser aller Leben komplett durchgewirbelt. Aus diesem Grund musste das Geburtstagsfest schweren Herzens abgesagt werden. Das gleiche Schicksal
ereilte die Mitgliederversammlung. Nicht auf „null“ sank unsere Motivation, wenn sich auch zeitweise eine gewisse Frustration im DGZI-Vorstand breitmachte. Aber wer die DGZI und ihr Agieren in den letzten fünf Jahrzehnten ihres Bestehens kennt, der weiß, dass eines sicherlich nicht passieren wird, dass wir als älteste europäische implantologische Fachgesellschaft den Kopf in den Sand stecken werden – ganz im Gegenteil. Unser Blick ist nach vorne gerichtet, und wir werden im kommenden Jahr unter hoffentlich gänzlich anderen Bedingungen unser Geburtstagsfest nachholen und zusammen mit Ihnen unsere DGZI hochleben lassen. Bleiben Sie uns gewogen und gesund!

Herzlichst, Ihr

Dr. Georg Bach

Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Implantologie e. V.

Internationale Partner der DGZI

  ISOI
International Society of Implantology
AAID
American Academy of Implant Dentistry
FDCU
Faculty of Dentistry - Cairo University
AO
Academy of Osseointegration
GIGIP
Gesellschaft für Implantologie und Gewebeintegrierte Prothetik
IAUSI
International Academy for Ultrasonic Surgery and Implantology
APPDU
Charkow (Ukraine)
GLPD
Georgian League of Implantology Professional Development
SOIA
Sudanese Oral Implantology Association Universität Agadir, Marokko

Publikationen

Implantologie Journal

implants (english)

Kongresse

3. Zukunftskongress für die zahnärztliche Implantologie/Visions in implantology
3. Zukunftskongress für die zahnärztliche Implantologie/Visions in implantology