DGZI-Studiengruppe Freiburger Forum Implantologie (FFI) in der Privatklinik KOSmedics – Mißerfolge in der Implantologie

FFI Frühjahrstreffen mit Dr. Dr. Martin Bonsmann, Düsseldorf

Dr. Kai Höckl und Dr. Georg Bach, Freiburg

Am 24. April erwartete die Kollegen des Freiburger Forums für Implantologie (FFI) um Prof. Stoll ein interessanter Abend. Dr. Dr. Bonsmann hatte sich bereit erklärt, über das zunehmend in den Fokus der Kollegenschaft rückende Thema: „Mißerfolge in der Implantologie“ zu referieren. Martin Bonsmann ist vielen FFIlern bereits aus dem letztjährigen Fortbildungszyklus bekannt und so wurde sein Vortrag mit Spannung erwartet.

Implantate und Risiko

Aufgrund seiner Tätigkeit als Gutachter und seiner langjährige Erfahrung, kann Herr Bonsmann seinen reichhaltigen Erfahrungsschatz für die Kollegen zugänglich machen. Sein Hauptaugenmerk bestand darin, allen Teilnehmern bewusst zu machen, dass  trotz der Tatsache, dass implantologische Eingriffe sicherlich keine hochrisikobehafteten Operationen darstellen, das Komplikationsrisiko niemals unterschätzt werden darf.

Fallstrick Aufklärung

Er begann seinen Vortrag damit, dass vielen Patienten durch Werbung und „unseriöse“ Berichterstattung ein unrealistisches Bild vermittelt werde. Bonsmann indes wies darauf hin; Zu einem „perfekten“ Fall gehört neben einer sorgfältigen Planung und Durchführung „ca. 40 % Glück“ und so müsse der Patient bereits im Aufklärungsgespräch auf mögliche Komplikationen und ein realistisches Endergebnis hingewiesen werden, ansonsten drohten juristische Konsequenzen.

Entscheidungsfindungen

Mit provokativen Fragen bezog er das Auditorium aktiv mit ein: Wann ist überhaupt ein Implantat notwendig? Wann kann mit klassischem Zahnersatz nicht vielleicht sogar ein besseres, langzeitstabileres Ergebnis erzielt werden?  Der Düsseldorfer Implantologe zeigte aussagekräftige Bilder und belegte, dass eine implantologische Sanierung nicht immer die erste Wahl sein muss. Auch an dieser Stelle, quasi als Credo:  Immer wieder betonte der Referent die Notwendigkeit einer guten Aufklärung.

Komplikationen

Anhand eindrucksvoll dokumentierter Patientenfälle und faszinierender Bilder zeigte der Referent die ganze Bandbreite an möglichen Blutungen, v.A. im Bereich des Mundbodens seien eine vermeidbare Komplikation, die aber im schlimmsten Fall zu einer Atemwegsverlegung führen könne. Danach ging er auf das Risiko der Implantatfrakturen ein und legte den Kollegen nahe, Systeme nicht zu „überreizen“ und sich innerhalb der vom Hersteller vorgegebenen Richtlinien zu bewegen.  Anhand von Röntgenbildern zeigt er Fälle, bei denen interforaminal inserierte Implantate im atrophierten Kiefer aufgrund einer Periimplantitis zu pathologischen Frakturen geführt hatten. Anschließend wies er darauf hin, dass eine Sinusbodenelevation, trotz zum Teil anders propagierter Meinungen, ein nicht zu vernachlässigendes Risiko für Komplikationen aufweist und deswegen nichts für den ungeübten Anfänger sei. Er selbst habe trotz langjähriger Erfahrung noch immer Respekt vor dem Sinuslift.

Schwere Komplikationen

Hier als Beispiel die iatrogene Nervverletzung durch Implantate im Unterkieferseitenzahnbereich. Sollte sich bei bei der postoperativen Röntgenkontrolle ein Implantat über den Nervkanal darstellen, empfiehlt  Bonsmann eine sofortige Explantation, sofern nicht durch einen dreidimensionale Bildgebung eine Nervverletzung zu 100% ausgeschlossen werden kann. Zum Abschluss seines Vortrages zeigte der Referent Fälle, wo durch die Fehlpositionierung der Implantate ein gutes Ergebnis unmöglich gemacht wurde und betonte erneut die Wichtigkeit der vernünftigen präoperativen Planung. So rücke, insbesondere auch unter juristischen Gesichtspunkten, eine 3D Schnittbildplanung immer mehr in den Vordergrund.  Seine (im Anschluß vieldiskutierte) Empfehlung: Lieber eine DVT Aufnahme zu viel, als eine zu wenig. Die anschließende Diskussion wurde im Rahmen eines kleinen get-togethers fortgeführt, wobei der Referent auch nach dem Vortrag den Freiburgern Kollegen für Fragen und Anmerkungen zur Verfügung stand.

Abbildung:
Erneut ein gern gesehener Gast im FFI: Kollege Martin Bonsmann aus Düsseldorf, im Rahmen der DGZI Studiengruppe Freiburger Forum Implantologie referierte.

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