NACHRUF AUF ZAHNTECHNIKERMEISTER CHRISTIAN MÜLLER
DGZI- Vorstand 2011 - 2014
Am Fasnachtsdienstag 2026 verstarb Zahntechnikermeister Christian Müller, der über Jahrzehnte zu den prägendsten Persönlichkeiten der deutschen Zahntechnikszene gehörte.
Der Fokus seiner Arbeit lag eindeutig auf der Implantatprothetik und in seiner Funktion bei der deutschen Tochter des großen eidgenössischen Implantatherstellers Straumann gab er sein immenses Wissen an unzählige Zahntechnikkolleginnen und -kollegen weiter – ja Wissensvermittlung war eine Triebfeder seiner Tätigkeit.
Dabei waren ihm Zahntechnik und Implantatprothetik nicht unbedingt in die Wiege gelegt. Die ersten Ausbildungs- und Berufsjahre verlebte Christian Müller in der Chemie, gefolgt von einer langjährigen Verpflichtung bei der Bundeswehr, wo er den KFZ-Meistertitel erwarb.
Erst dann erfolgte die Zahntechnikphase, wo er seine Kenntnisse als junger Meister gleich im Praxislabor einer renommierten Freiburger Zahnarztpraxis umsetzt. Dort erkannte Christian Müller bereits in der frühen Phase der Implantatprothetik, dass sich diese doch in wesentlichen Schritten von der konventionellen Prothetik unterschied und daß nicht alle zahntechnischen Erkenntnisse auch auf die Implantatprothetik zu übertragen sind. „Es gibt eigene Regeln in der Implantatprothetik“, so Christian Müller im Rahmen einer Podiumsdiskussion einer der legendären Deutschen ITI Kongresse in Köln.
Seine anschließende Tätigkeit bei Straumann war letztendlich logische Konsequenz seines Werdegangs, ebenso wie seine Aufnahme als Fellow der deutschen ITI-Sektion. Hier brachte er – anfangs einer der wenigen Zahntechniker im ITI – in seiner eloquenten, empathischen Weise seine Ansichten und Erkenntnisse ein und bereicherte unzählige Diskussionen und Konferenzen ungemein. Die deutsche ITI-Sektion um deren Chairwoman Dr. Anne Bauersachs hat mit großer Betroffenheit auf die Todesnachricht reagiert und schließt sich mit einem ganz herzlichen „DANKE“ an Christian diesem Nachruf an.
Wie sehr ihm Zahntechnik und Implantatprothetik am Herzen lagen kann man daran festmachen, dass Christian Müller sein eigenes Zahntechniklabor, welches er auch in der Zeit, in der er bei Straumann angestellt war, betrieb, erst Ende des vergangenen Jahres schloß, weil sein Gesundheitszustand den Weiterbetrieb nicht mehr ermöglichte.
Seine bis zu seinem Lebensende erhaltene Neugier Neues zu entdecken und unvoreingenommen sich auf Unbekanntes, mitunter auch Unbequemes einzulassen, erwies sich hier als Stärke Christian Müllers – und Viele, sehr viele profitierten davon. Ob es ein Zahntechnik Kongress war, den Christian organisierte und moderierte, ob es seine jahrzehntelange Referententätigkeit war, oder auch seine langjährige Vorstandstätigkeit in einer implantologischen Fachgesellschaft – Christian Müller war immer zu Stelle, auf ihn war immer Verlass und sein Wort und Rat galten.
Wie viele hitzige Diskussionen hat er mit dem berühmten, verschmitzten „Müller-Lächeln“ entschärft, seine den Menschen Zugewandtheit und Empathie waren beeindruckend.
Ja und dann muß natürlich auch der Familienmensch Christian Müller Erwähnung finden, seine Frau und seine Kinder und dann später die Enkeltochter waren sein ganzer Stolz. Besonders gefreut hat es Christian, dass er die Hochzeit seiner Tochter im vergangenen Jahr noch miterleben durfte.
Die letzten Lebensmonate waren mühsam und unerfreulich, am Fasnachtsdienstag hat uns Christian Müller verlassen.
Er hinterläßt eine Riesenlücke aber Christian Müller hat derart viele positive Spuren hinterlassen, dass er nicht vergessen werden wird.
Lieber Christian, ein Ruhestand im eigentlichen Sinne, war Dir nicht vergönnt – wie gerne hätte ich noch die eine oder andere Oldtimertour mit Dir gemacht – ob auf zwei oder vier Rädern!
Lebewohl!
Dr. Georg Bach, Freiburg