Nachruf Prof. Dr. Dr. Dr. h. c. Spiekermann

Die wissenschaftlichen und klinischen Grundlagen für die heutige moderne und sicherlich auch für die zukünftige Implantologie wurden von einigen nationalen und internationalen Persönlichkeiten in den 60er und 70er Jahren etabliert. Neben den vor allen Dingen aus praktischer Sicht agierenden Kollegen in niedergelassener Praxis waren es eine Handvoll Hochschullehrer, die sich vor allem um das wissenschaftliche Verständnis in der zahnärztlichen Implantologie bemühten.

Professor Dr. Dr. Dr. h. c. Hubertus Spiekermann, der am 19. Februar 1942 in Menden geboren wurde und am 30. September 2009 in Haan/Düsseldorf verstarb, war gleich in mehrfacher Hinsicht unter diesen aktiven und bedeutenden Kollegen eine besonders herausragende Persönlichkeit. Zum einen führte er als Erster die zahnärztliche Implantologie in die Prothetik der Hochschule ein – ohne selbst Facharzt, wohl aber doppelapprobiert zu sein. Er hat es von Anfang an aufgrund seiner ungewöhnlichen menschlichen, integrativen Art verstanden, die verschiedenen fachlich wie politisch begründeten Strömungen zusammenzuführen und dabei sowohl die nicht immer unerheblichen Klüfte zwischen verschiedenen Fachdisziplinen einerseits und niedergelassener Kollegenschaft und Hochschule andererseits zu überbrücken. Den Höhepunkt bildete hierbei sicherlich seine erfolgreiche Bemühung um die Gründung der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) – eine heute national wie international nicht mehr weg zu denkende Fachgesellschaft. Seine berufliche Karriere war stets von unglaublich großen wie auch vielseitigen Aktivitäten geprägt, ohne dass er während dieser oder aber nach Erreichen von Zielen auch nur den Anflug von Arroganz gezeigt hätte. Seine zahnärztliche und ärztliche Ausbildung erhielt er an den Universitäten Münster, Wien und Düsseldorf, wobei er an der Letzteren auch in beiden Fachgebieten promovierte und zuletzt auch als Leitender Oberarzt in der Abteilung für Prothetik und Defektprothetik an der Westdeutschen Kieferklinik, Düsseldorf (Direktor: Professor Dr. H. Böttger), tätig war. Seine beiden Rufe auf die Lehrstühle für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde an die RuhrUniversität Bochum sowie auch an die RWTH Aachen sind nur folgerichtige Konsequenz sowohl seiner wissenschaftlichen Tätigkeit – unter anderem habilitierte er 1978 mit dem Thema „Enossale Implantate in der Zahnheilkunde – klinische Erfahrungen und experimentelle Untersuchungen“ – als auch seiner vielfältigen beruflichen Fort- und Weiterbildungen im Ausland. Zahlreiche Ehrenauszeichnungen waren Ausfluss seines großen beruflichen Engagements. Seine Monografien sowie der Atlas „Implantologie“– letzterer wurde in sechs Sprachen übersetzt – sowie die zahlreichen Habilitanden, von denen nunmehr eine Reihe Lehrstühle oder sonstige Professuren bekleiden, sind nachhaltiges Zeugnis seiner sehr strukturierten und konstruktiven Schaffenskraft.
Was immer Hubertus Spiekermann machte, er tat es mit voller Hingabe und Inbrunst und Professionalität – ohne dabei jemals auch nur im Ansatz verkrampft zu sein oder über den Dingen zu schweben. Wir haben auf nationaler wie internationaler Ebene nicht nur einen hervorragenden Repräsentanten unseres Faches sondern auch einen großartigen Kollegen verloren – ich meinen besten Freund, dem ich – wie vielleicht viele andere – sehr viel verdanke.

Prof. Dr. Heiner Weber
Tübingen

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Publikationen

Implantologie Journal

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Kongresse

3. Zukunftskongress für die zahnärztliche Implantologie/Visions in implantology
3. Zukunftskongress für die zahnärztliche Implantologie/Visions in implantology